Spirituelle Gedanken zur Jahreslosung 2016



Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

(Jes 66,13)

 

Gott spricht

Gott teilt sich uns mit, er kommuniziert. „Gott spricht“ bedeutet, dass er sich in einer uns verständlichen Weise mitteilt, so dass wir ihn hören können. Sprechen bedeutet auch  Zuwendung. Und wenn jemand wie Gott sich uns Menschen uns zuwendet und kund tut, bedeutet dies zudem, dass die Angesprochenen ihm wichtig sind.

 

Gott ist nahe
Damit bezeugt Gott seine Nähe zu uns Menschen. Und da das Sprechen eine Reaktion und willentliche Äußerung ist, geht ihm eine Wahrnehmung voraus, ein Sehen und Wahrnehmen der Geliebten. Im Bild wird das durch die Sonne symbolisiert, deren Licht und Wärme uns durch den Tag begleitend nahe sind, das Sprechen oder die Selbstmitteilung Gottes durch die sich in das Bild weitende Spirale.

 

Gott bleibt treu

Gott wendet sich an die Enttäuschten und Mutlosen in seinem Volk. Er wendet sich an diejenigen, die keine Hoffnung mehr haben, dass er ihnen hilft nach all dem, was sie durchmacht haben und immer noch erleiden. Mit seinen Worten wendet er sich gerade denjenigen zu, die an seinen Verheißungen zweifeln. Im Bild befinden sich die Symbole für die Entmutigten – wie im Leben – ganz unten wieder, in den trüben und dunklen Farbbereichen, in den haltlosen Tiefen des Blau genauso wie im moosartigen Grün. Doch mitten drin leuchtet das Gott zuzuordnende Gelb auf: sein haltgebendes Wort, das stützt, neue Hoffnung keimen und neuen Mut wachsen lässt.

 

Gott tröstet

Gott will wie eine Mutter trösten. Er will den Gläubigen so nahe sein wie eine Mutter, die  weiß, was ihren Kindern zugestossen ist und wie sie am besten Schmerz, Traurigkeit und seelische Tiefs überwinden können. Die schwungvollen blauen Elemente in der Bildmitte sind Ausdruck dieser mütterlich-göttlichen Zuwendung. Wie zwei Arme senken sie sich in das Elend der Welt, es im Sinne von Verstehen begreifend und notwendend umarmend, tröstend. Die bauchige Form, die sich aus dem breiten blauen Bogen links und rechts aus dem geschwungenen Kreuz ergibt, ist offen für viele Deutungen: so läßt sich in ihr ein Herz sehen, das oben offen ist, Schwingen, die an einen Vogel erinnern und mit dem Kommen und der Stärkung durch den Heiligen Geistes verbunden werden können, die beiden geschwungenen Bogen links als Symbol für Maria und rechts für Jesus, die Mittler und Tröster par excellence.

 

Gott ermutigt

Zwischen den blauen Bogen finden wir einen weißen, hellen Bereich: Licht! Das möchte bedeuten, dass da, wo Gott tröstet, die Menschen innere Klarheit erfahren, Erfüllung, Ermutigung. Sie haben erfahren, dass sie nicht allein sind. Gott selbst hat sie gestärkt und ihnen die Kraft geschenkt, die Krise mit seiner Hilfe durchzustehen und im Glauben erstarkt daraus hervorzugehen. Denn Gott umgibt fürsorglich von allen Seiten: er wärmt von oben, schützt zu beiden Seiten, hält und stützt von unten. Die Zusammenfassung ihrer Erfahrung könnten diese Worte des Psalmisten (vgl. 139,5f) sein: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Wohin ich auch gehe, bist du da!

 

© Patrik Scherrer, lic. theol. / www.bildimpuls.de